14 Juli 2026

Vom Entwurf bis zur Fertigung: Wie ein Teleskoplader entsteht 

4 Min. Lesezeit

Die ehrenvolle Erwähnung des TFe43.7 von Merlo beim Compasso d’Oro ADI rückt einen oft wenig beachteten Aspekt von Arbeitsmaschinen in den Vordergrund: Die strategische Rolle des Industriedesigns bei der Planung von Maschinen, die täglich auf Baustellen, in landwirtschaftlichen Betrieben und in Produktionsumgebungen zum Einsatz kommen.

San Defendente di Cervasca (CN), 14. Juli 2026 - Wenn wir einen Teleskoplader bei der Arbeit beobachten, richten wir unser Augenmerk in der Regel auf die Leistung: Ladekapazität, Hubhöhe, Leistungsfähigkeit und Produktivität. Hinter diesen Merkmalen steht jedoch ein komplexer Planungs- und Entwicklungsprozess, der mehrere Jahre in Anspruch nehmen und interdisziplinäres Fachwissen erfordern kann.

Im Bereich der Arbeitsmaschinen ist Design nämlich nicht nur eine Frage der Ästhetik. Dabei handelt es sich vielmehr um einen Prozess, der Ergonomie, Sicherheit, Technik, Funktionalität, Nachhaltigkeit und Produktidentität miteinander zu verbinden weiß. Jede designtechnische Entscheidung muss konkreten Anforderungen gerecht werden: das Sichtfeld des Bedieners verbessern, die Wartung erleichtern, die Abmessungen optimieren und langfristig Robustheit und Zuverlässigkeit gewährleisten. 

Ein moderner Teleskoplader vereint mechanische Strukturen, Hydrauliksysteme, Elektronik und fortschrittliche Software. Ziel ist es, eine Maschine zu entwickeln, die unter oft anspruchsvollen Bedingungen arbeiten kann und dabei hohe Standards in Bezug auf Sicherheit, Leistung und Bedienkomfort gewährleistet. 
In Unternehmen wie Merlo kann die Entwicklung einer neuen Maschine drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen und Industriedesigner, Maschinenbauingenieure, Hydraulikspezialisten, Softwareentwickler, Validierungstechniker und Produktionsleiter einbeziehen. 

Am Anfang dieses Prozesses steht die Analyse der Marktanforderungen und der künftigen Entwicklungen der Normen. Anschließend werden verschiedene Entwurfskonzepte erarbeitet, um die effektivsten technischen und funktionalen Lösungen zu ermitteln. In dieser Phase trägt das Industriedesign dazu bei, nicht nur die Konfiguration der Maschine, sondern auch die Qualität der Interaktion zwischen Mensch und Maschine zu bestimmen.

Die Entwicklung geht dann mit digitalen Simulationen, dreidimensionaler Modellierung und statischen Analysen weiter. Bevor man in die Produktion geht, werden Funktionsprototypen hergestellt, die in Bezug auf Lebensdauer, Festigkeit, Stabilität, Sicherheit und Zuverlässigkeit strengen Tests unterzogen werden, wobei Tausende an Arbeitsstunden unter realen Bedingungen investiert werden. 
Erst nach Abschluss der Validierungsphase kommt es zur Industrialisierung, in der das Projekt für die Serienproduktion sowie für die wirtschaftliche und produktionstechnische Nachhaltigkeit des Produkts optimiert wird. 

„In dieser Branche ist Design kein Element, das dem Produkt lediglich hinzugefügt wird, sondern ein Mittel, mit dem sich technologische Komplexität in eine intuitive, sichere und effiziente Benutzererfahrung verwandeln lässt“, erklärt Pier Luigi Porta, Designer bei Merlo.  
„Jede gestalterische Entscheidung muss ein Gleichgewicht zwischen Ergonomie, Leistung, Zuverlässigkeit und Markenidentität ergeben. Wurde dieses Gleichgewicht erreicht, empfindet der Bediener seine Arbeit ganz einfach als selbstverständlich.” 

Die zunehmende Bedeutung des Industriedesigns bei Arbeitsmaschinen wird auch durch die Auszeichnung bestätigt, die der Merlo TFe43.7 erhalten hat. Mit der Ehrenvollen Erwähnung wird er offiziell in die „Collezione Permanente“ (Dauersammlung) des „Compasso d’Oro“, die als historisches Erbe des italienischen Designs gilt, aufgenommen. Für das Design dieses Projekts zeichnet Pierluigi Porta verantwortlich, für die technische Umsetzung Felice Contessini und Roberto Ravera. 

„Das optimale Design muss Dynamik sowie die Identität der Marke vermitteln“, fasst Porta zusammen. „Unser Ziel ist nicht, mit einer Form zu beeindrucken, sondern es Personen zu ermöglichen, besser, sicherer, effizienter und nachhaltiger zu arbeiten. Genaus aus diesem Gleichgewicht entsteht der Wert eines modernen Industrieprodukts.“ 

Der TFe43.7 bildet das Herzstück der Merlo-Produktpalette und ist Teil der bewährten modularen Turbofarmer-Modelle mit Portalachsen. Es handelt sich um ein Fahrzeug der mittleren Leistungsklasse, das über einen 7-Meter-Ausleger und eine Hubleistung von 4,3 Tonnen verfügt. Dank der kompletten Elektrifizierung arbeitet das Fahrzeug emissionsfrei und mit extrem geringer Lärmbelastung. 
Mit dem Erhalt des „Compasso d’Oro“ festigt Merlo erneut seine Rolle als internationaler Maßstab im Bereich der Arbeitsmaschinen und hebt sich durch eine industrielle Vision ab, die technologische Innovation, Nachhaltigkeit und funktionales Design miteinander verbindet. Das Unternehmen aus Cuneo ist seit Jahren mit seinen exklusiven Patente und hochinnovativen Lösungen, die den Bereich der Teleskoplader revolutioniert haben, weltweit einer der wichtigsten Vertreter der italienischen Industrie.